Ein Modellvorhaben · Laufzeit Oktober 2024 bis September 2027

Worum es geht

Pflegekräfte tragen tagtäglich viel Verantwortung – und die Belastungen im Pflegesektor nehmen weiter zu. MENSCH PFLEGE! setzt genau hier an: Das Modellvorhaben entwickelt, erprobt und evaluiert neue Wege der betrieblichen Gesundheitsförderung für Pflegende in stationären Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die Resilienz der Mitarbeitenden zu stärken – für Teams, Führungskräfte und im besten Fall in der gesamten Einrichtung.

Gleichzeitig sollen Maßnahmen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention stattfinden, die sowohl das individuelle Verhalten als auch die Arbeitsbedingungen und Strukturen der Einrichtungen verbessern.

Angesprochen sind alle Pflegekräfte sowie die Führungskräfte; bei Bedarf werden auch weitere Berufsgruppen einbezogen.

Spielplan von MENSCH PFLEGE! von oben – Pflegekräfte in Berlin beim Spiel
Twiggy-Spielfigur von MENSCH PFLEGE!

„Das Konzept des playful BGF greift im Kern etwas Grundsätzliches auf: Menschen spielen gerne. Spielen ist positiv besetzt: Ich bin neugierig, ich möchte schauen, wie das funktioniert, ich möchte mich ausprobieren. Diese Erkenntnis zu nutzen und im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung einzusetzen, das hat schon einen ganz neuen Charakter.“

Christine Witte, Teamleiterin Prävention und Gesundheitsinformation sowie Digitale Versorgung und Prävention, BARMER

Stimmen aus der Praxis

Feedback aus den Einrichtungen

Resilienzspiel und Play2change©

Die Intervention

Im Mittelpunkt steht der Einsatz des bewährten Resilienzspiels MENSCH DENK AN DICH®, ausgezeichnet mit dem Innovationspreis des Bundesverbandes BGM e. V. Das Resilienzspiel ist eingebettet in die dafür eigens von SMEO entwickelte Methode Play2change©, die die Ergebnisse und psychologischen Effekte des Spielens in eine Veränderungsagenda überführt. Die Play2change© Workshops sind systematisch in einen vollständigen Prozess der betrieblichen Gesundheitsförderung eingebettet.

In drei stationären Pflegeeinrichtungen unterschiedlicher Bundesländer (Berlin/Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg) durchläuft jede Einrichtung drei Schritte:

1

Kick-off und Ist-Analyse

Gemeinsame Ziele festlegen, ein Steuerungsgremium bilden und im Visionsworkshop ein Zukunftsbild entwickeln. Belastungen und Ressourcen werden erhoben.

2

Lösungsfindung und Umsetzung

Im Lösungsworkshop fließen die Ergebnisse der Analyse ins Spiel ein. Daraus entstehen konkrete Maßnahmen, die begleitet umgesetzt werden.

3

Veränderung und Verstetigung

Lern- und Experimentierräume erproben neue, resiliente Arbeitsweisen. Ein Veränderungsworkshop unterstützt dabei, das Neue dauerhaft im Alltag zu verankern.

In den gesamten Prozess werden fünf thematisch unterschiedliche Play2change© Workshops integriert. Erfahrene Prozessberaterinnen begleiten die Einrichtungen vor Ort über die gesamte Interventionsphase.

Wissenschaftlich begleitet

Die Evaluation

Die Wirkung der Intervention wird wissenschaftlich überprüft. Die Evaluation verbindet quantitative und qualitative Daten und betrachtet sowohl kurzfristige als auch mittelfristige Effekte – auf der Ebene des Verhaltens der Mitarbeitenden ebenso wie auf der Ebene der Arbeitsverhältnisse. Sie folgt anerkannten wissenschaftlichen Gütekriterien und wird durch eine externe wissenschaftliche Begleitung unabhängig geprüft. Die Ergebnisse aller drei Einrichtungen werden abschließend in einer Zusammenschau ausgewertet.


Die Ergebnisse der Evaluation werden mit Projektende im Oktober 2027 veröffentlicht. Darüber hinaus wird es ein erprobtes Vorgehensmodell für die Intervention in Einrichtungen der stationären Altenpflege geben – zusammengefasst in einem praxisnahen Handlungsleitfaden. So können künftig weitere Pflegeeinrichtungen von den Erfahrungen profitieren und den Ansatz zielgerichtet und wirksam selbst einsetzen.